Apple vs. Musikindustrie: Round 1

Der Spiegel und Bild berichten über den aktuellen Streit verschiedener Musiker (u. a. Kid Rock und AC/DC) mit Apple. Zum einen geht es darum, daß die Musiker nur komplette Alben verkaufen wollen, während Apple darauf besteht, im iTunes-Store auch einzelne Song aus den Alben zu verkaufen. Desweiteren erwähnt der Spiegel, daß das amerikanische Copyright Royalty Board (CRB) eine Erhöhung der Lizenzgebühren verkünden will. Das würde bedeuten, daß die Künstler statt jeweils 6 Cent pro Song nun 15 Cent pro Song bekommen würden. Apple reagierte darauf mit der Drohung, den iTunes-Store lieber zu schließen, als die Preise für Songs zu erhöhen.
Da entwickelt sich ein interessanter Machtkampf, auch wenn Apple am Ende wohl nicht den Store schließen wird. Die Frage ist, gibt’s eine Erhöhung für den Endkunden, oder wird das ganze von den Labels aufgefangen? Apple scheint dazu ja nicht bereit zu sein..

Ich nutze eigentlich ausschließlich den iTunes-Store und persönlich hätte ich auch kein Problem damit, für einen Song 1,09 Euro (auf diesen Betrag wird es wohl hinaus laufen) anstatt der jetzigen 99 Cent zu zahlen. Solche Erhöhungen werden in der Regel eh immer auf den Endkunden abgewälzt und es gibt bei weitem Haar sträubendere Beispiele als dieses.. :ugly:
Zudem zahlt man z.B. bei Konkurrent Musicload 1,29 Euro oder mehr, von daher.. *shrug*

Schlimmer fände ich es, wenn Apple bestimmte Alben wirklich nur noch komplett verkaufen würde (bzw. müsste), wie von bestimmten Musikern verlangt (zumal dies nicht nur Apple, sondern auch andere Anbieter betreffen würde). 8O
In der Regel suche ich mir lieber einzelne Songs zusammen und kaufe nur selten ein komplettes Album (das letzte komplette Album war, glaub ich, “Candy Dulfer – Live in Amsterdam” und das ist mittlerweile auch schon einige Monate her). Zu oft sind vielleicht 2 oder 3 Songs eines Albums wirklich gut und der Rest ist so mittelmäßig bis meh.. :?

Also liebe Musiker, liebe Damen und Herren vom CRB und lieber Eddy Cue (iTunes), erhöht zur Not halt die Preise um 9 oder 10 Cent und erlaubt den Verkauf von einzelnen Songs, aber motiviert die Leute halt das gesamte Album zu kaufen (durch einen Rabatt oder einen Bonus-Track).

So schwer kann es doch nicht sein einen Kompromiss zu finden, oder? ;)



2 Comments

  1. Posted 7. Oktober 2008 at 15:41 | Permalink

    Hmm, also ich finde man sollte die Wirkung solcher “Schwellenpreise” nicht unterschätzen. 99 Cent sind etwas völlig anderes als 1 Euro, das war schon immer so und ist sicherlich so etwas wie “Basis-Kaufverhaltens-Psychologie”. Will meinen: Die 10 Cent mehr sind per se nicht viel (was heißt das heutztage schon), aber es werden wahrscheinlich viel weniger Menschen 1,09 Euro ausgeben als 99 Cent. Die liegen nämlich quasi “unterhalb einer Wahrnehmungsschwelle”. Was nicht mindestens einen Euro kostet zählt als Ausgabe nicht…;)

  2. Holger Savural
    Posted 7. Oktober 2008 at 20:58 | Permalink

    Ich bin mir nicht sicher, ob das heute noch so seine Gültigkeit hat. Man siehe sich nur die Lebensmittelpreise an. Eine Tüte Chips für 1,80 Euro, eine Packung Schinken 2,20 Euro, die Tüte Sonntagsbrötchen vom Bäcker liegt gleich mal bei 4,80 Euro. Da klingt 1,09 Euro für einen Song garnicht mehr so dramatisch, auch wenn er nicht wirklich lebenswichtig ist..

    Ich denke diese Schwellenpreise greifen heute nur noch bei größeren Summen (z.B. ein neuer Monitor für 199,00 oder 209,00 Euro). Das Verhältnis hat sich total verschoben.
    Ich erinner mich noch an meine Hochzeitsreise nach London. Zigaretten haben damals umgerechnet ca. 7 Mark gekostet. Damals meinte ich noch, daß ich mit dem Rauchen aufhöre, wenn die Dinger bei uns jemals so teuer werden und nun schau dir die Preise dafür an.

    Der Euro hat unser Verhältnis zu Preisen schon allein durch die vielen krummen Summen verändert. Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, so daß z.B. die erwähnten 1,09 Euro nicht mehr so ungewöhnlich klingen..

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